Mittwoch, 14. Dezember 2016

"Vater unser" - und Gott antwortet plötzlich...

Das "Vater Unser" ist wohl unser wichtigstes Gebet und das einzige, das Jesus uns selbst gelehrt hat. Aber sind wir uns der tiefen Bedeutung dieser Worte bewusst, wenn wir das Vaterunser beten - oder "spulen" wir die sieben Bitten beim gemeinsamen Gebet einfach nur auswendig herunter?

v.l.: Christina und Babsi Völk.

Unsere beiden "Chef-Ministrantinnen" Christina und Babsi haben letztens die Kirchengemeinde genau mit dieser Frage konfrontiert, und die Auflösung in einer kurzen, aber beeindruckenden Bühnenszene dargestellt. Aber lest bitte selbst nach:

"Unterbrich' mich nicht! Ich bete..."


Betende (Babsi) Gott (Christina)
"Vater unser im Himmel"
"Ja?"
"Unterbrich mich nicht! Ich bete."
"Aber du hast mich doch angesprochen!"
"Ich habe dich angesprochen? Äh ... nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben immer so: Vater unser im Himmel!"
Da schon wieder, du rufst mich an, um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also worum geht's?"
"Geheiligt werde dein Name.."
"Meinst du das ernst?"
"Was soll ich ernst meinen?"
"Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet denn das?"
"Es bedeutet ... es bedeutet ... meine Güte, ich weiß es nicht, was es bedeutet! Woher soll ich das wissen?"
"Es heißt, dass du mich ehren willst, dass ich dir wichtig bin, dass dir mein Name wertvoll ist."
"Aha. Hm. Ja, das verstehe ich. - Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden ..."
"Tust du etwas dafür?"
"Dass dein Wille geschieht? Natürlich! Ich gehe regelmäßig zum Gottesdienst, meine Eltern zahlen Kirchenbeitrag, spenden für die Caritas und für die Mission."
"Ich will mehr; ich will, dass dein Leben in Ordnung kommt, dass deine Angewohnheiten, mit denen du den anderen auf die Nerven gehst, verschwinden, dass du für andere denken lernst, dass allen Menschen geholfen wird und sie die Wahrheit erkennen, auch deine Oma und dein Opa. Ich will, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden. Denn alles, was du diesen Leuten tust, tust du doch für mich."
"Warum hältst du das ausgerechnet mir vor? Was meinst du, wie viel stinkreiche Schwindler in den Kirchen sitzen? Schau sie doch an!"
"Entschuldige, ich dachte, du betest wirklich darum, dass mein Reich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet. Erst wenn du dasselbe willst wie ich, kannst du ein Botschafter meines Reiches sein."
"Das leuchtet mir ein. Kann ich jetzt weiterbeten?" "Unser tägliches Brot gib uns heute ..."
"Du hast Übergewicht, Mann! Deine Bitte beinhaltet die Verpflichtung, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen."
"Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ..."
"Und dein Schulfreund oder dein Lehrer?"
"Jetzt fang auch noch von denen an! Du weißt doch, dass mich mein Lehrer vor der ganzen Klasse blamiert hat. Und dass er das immer dann macht, wenn viele Leute mich anschauen. Ich bin schon wütend, wenn ich ihn sehe. Das weiß er auch! Er nimmt mich immer dran, und macht sich einen Spaß daraus."
"Ich weiß, ich weiß. Und dein Gebet?"
"Ich meine es nicht so."
"Du bist wenigstens ehrlich. Macht dir das eigentlich Spaß, mit soviel Feindschaft im Bauch herumzulaufen?"
"Es macht mich krank!"
"Ich will dich heilen. Vergib ihm doch, und ich vergebe dir. Vielleicht vergebe ich dir auch schon vorher. Dann ist es seine Sünde und nicht deine. Vielleicht verlierst du Ehre; ganz sicher verlierst du ein Stück Image, aber es wird dir Frieden ins Herz bringen."
"Hm. Ich weiß nicht, ob ich mich dazu überwinden kann."
"Ich helfe dir dabei."
"Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen ..."
"Nichts lieber als das! Meide bitte Personen oder Situationen, durch die du versucht wirst."
"Wie meinst du das?"
"Du kennst doch deine schwachen Punkte. Unzuverlässigkeit, Lüge, Aggression, Wut, unorganisiert. Gib dem Versucher keine Chancen!"
"Ich glaube, das ist das schwierigste Vater unser, das ich jemals gebetet habe. Aber es hat zum ersten Mal mit meinem alltäglichen Leben zu tun."
"Schön! Wir kommen vorwärts. Bete ruhig zu Ende."
"Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen."
"Weißt du, was ich herrlich finde? Wenn Menschen wie du anfangen, mich ernst zu nehmen, echt zu beten; mir nachzufolgen und dann das tun, was mein Wille ist; wenn sie merken, dass ihr Wirken für das Kommen meines Reiches sie letztlich selbst glücklich macht."

Internetbeleg:
Das Vater Unser - wenn Gott plötzlich antwortet ...
http://www.priesteraushilfe.at/glaube/gott_antwortet_uns_im_vater_unser.html
Abgerufen am 14.12.2016
priesteraushilfe.at