Freitag, 10. November 2017

Laternen gegen Dunkelheit – Teilen für die Armen

Österr. Museum für Volkskunde, Wien
Der Tag des Hl. Martin ist für Kindergärten, Faschingsgilden und Feinschmecker zum Fixpunkt im Jahreslauf geworden.
Die Laternenumzüge am Martinstag, dem 11. November, haben ihre Wurzeln in liturgischen Umzügen im Mittelalter bis in das 16.Jh. Am Martinstag las man im Gottesdienst das Gleichnis vom treuen Knecht „.. laßt eure Lampen brennen!“ (Lk 12,35). und den Gläubigen wurde vorgeschrieben, Laternen mit brennenden Kerzen zu tragen.
In vielen Kindergärten gibt es diesen religiös-fundierten Brauch noch heute.
Der Hl. Martin von Tours (um 350 n.Chr.) wurde Soldat und ließ sich mit 18 Jahren taufen. Als Klostergründer, Kämpfer für Gerechtigkeit und bewundert für seine Mildtätigkeit wählten ihn der Klerus von Tours zu seinem Bischof. Daran knüpft sich die Legende, dass er das Amt nicht annehmen wollte, sich versteckte, aber vom Gänsegeschnatter verraten wurde. Die legendäre Darstellung der Hl. Martin, wie er seinen Mantel teilt und die Hälfte einem Bettler gab, ist ja bekannt und wird in vielen Bildern erzählt.

Als letzter Festbraten vor der Bußzeit wurde die Martinsgans zum kulinarischn Renner.
Quelle:
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Abgesehen von der Legende, galt der Termin Martini als wichtiger Rechtstermin mit Gänsen als Naturalgabe. Als Abschluss des Wirtschaftsjahres der Bauern und Handwerker wurde nun ausgiebig in Wirtshäusern aber auch in Klöstern gefeiert.
Zum Schluß möchte ich die Lichtersegnung im Benediktionale zitieren: „Herr Jesus Christus, schau auf diese Kinder, die ihre Lampen in Händen tragen; segne sie,damit sie bereit sind, nach dem Vorbild des heiligen Martin anderen zu helfen und zu teilen, was sie besitzen. Vertreibe mit deinem Licht Angst und Trauer....“
Die Zeit der leuchtenden Kerzen und der Vorfreude auf Weihnachten hat also begonnen.


Ein Beitrag von Helga Högl