Freitag, 12. April 2019

Apostelin der Apostel

Maria Magdalena belehrt die Evangelisten (St.Albans
Psalter, England, 12. Jh.)
In der Osterzeit rückt Maria von Magdala in den Vordergrund des Geschehens, eine Frau um Jesus, die für die Kirchenväter lange Zeit als Prostituierte galt.

Begründet wurde diese negative Bezeichnung mit der Erzählung von einer namenlosen Sünderin, die das Haupt Jesu salbte und die Tränen auf seinen Füßen mit ihren Haaren trocknete. An keiner Stelle wird ein Name genannt, geschweige deren Schuld.

In der Gestalt der Maria Magdalena vereinten sich allerdings mit der Zeit einige Frauen mit Namen Maria: Maria von Magdala, Jesus hat sie von 7 Dämonen befreit, die Schwester von Lazarus und die Mutter des Jakobus. Unter dem Kreuz standen Maria, die Mutter Gottes, Maria Magdalena und Maria, die Frau des Kleopas, je nachdem welches Evangelium gelesen wird.

Viele Künstler haben sich dieser Frauengestalt angenommen und verschiedentlich interpretiert: entweder steht sie unter dem Kreuz, oder sie hält die Hand des Leichnams in Versöhnungshaltung, oder sie begegnet im Garten einer weißen Gestalt, die sie für einen Gärtner glaubt.

Auf einigen Bildern hält sie ein Salbgefäß in der Hand, ein anderes Mal kniet sie vor Jesus oder ist in der Wüste als reuige Sünderin mit roten langen Haaren und entblößtem Oberkörper zu sehen.

Seit dem Jahr 2016 und zwar am 22. Juli ist ihr ein eigenes Fest im Kirchenjahr gewidmet. Mit der Aufwertung durch dieses Fest wird die Apostelin Maria Magdalena den Aposteln liturgisch gleichgestellt.

Maria von Magdala war Erstzzeugin und Apostelin, sie erhielt den Auftrag, den Jüngern die Osterbotschaft zu bringen.


Ein Beitrag von Helga Högl